Mit reiner Muskelkraft Maibaum aufgestellt
 Antersdorfer Trachtler lassen Tradition wieder aufleben
- Auftritte im Wirtsgarten -

Die Antersdorfer Trachtler packten kräftig mit an,um den Maibaum in die Senkrechte zu bringen. − Foto:Schmid

 

Simbach am Inn. Nach zwei Jahren konnten die Antersdorfer Trachtler beim Vereinslokal Murauer endlich wieder einen Maibaum aufstellen und miteinander den Beginn des Wonnemonates feiern. Wettermäßig präsentierte sich allerdings der erste Maientag weniger wonnig, sondern eher frisch. Doch die Trachtler waren froh, dass der graue Himmel die Regentropfen für sich behielt und so konnte die Brauchtumsveranstaltung trocken über die Bühne gehen.
1. Vorstand Christian Wimmer begrüßte die zahlreich Mitwirkenden und Gäste, darunter 1. Bürgermeister Klaus Schmid, der zudem Ehrenvorsitzender des Trachtenvereins ist, herzlich und bedankte sich bei Udo Eszes, dem Spender des knapp 25 Meter hohen Stammes. "Vor Jahren hab‘ ich mal zugesagt, dem Verein einen Maibaum zu spendieren. Iatz is soweit, hat mich Heinz Feichtinger informiert und ich wusste zunächst gar nicht, mit was es soweit wäre. Doch bald wurde ich aufgeklärt und der passende Baum in meinem Waldstück in Hitzenau in Augenschein genommen", so Eszes.Tatkräftige waren zur Stelle, fällten den Baum und brachten ihn über Mooseck nach Antersdorf. Schon mehrfach waren Antersdorfer Maibäume in die Hände von Dieben gefallen. Diesmal hatte man sich für eine uneinsichtige Lagerstätte in der Nähe des Antersdorfer Baches entschieden und hatte Glück. Das gute Stück musste nicht ausgelöst werden und so wurde es am Sonntagvormittag von den Trachtlern selbst zum Murauer gebracht.

waren beim Aufstellen dabei: (von links) Bürgermeister und Ehrenvorstand der Antersdorfer Klaus Schmid,
Spender des Maibaumes Udo Eszes, tatkräftiger Aufsteller Hermann Kerscher und Christian Wimmer,
1. Vorstand des Trachtenvereins "Edelweiß" Antersdorf. - Foto: pnp.de

Die hölzernen Schwaiberl wurden vom Waldhauser-Hof geholt und schon halfen Trachtler und auch Gäste zusammen und stemmten den Stamm mit viel Muskelkraft in die Senkrechte. Hans Sachs sorgte für die technische Absicherung, den Aufstellern gab Christian Wimmer das "Kommando".Als der Maibaum in seiner Halterung fest verankert werden konnte, gab es von den Zuschauern viel Applaus für die Akteure. Nun ragt der mit einer grünen Krone und zwei Kränzen verzierte Baum wieder über die Dächer von Antersdorf. Um die Gestaltung der Kränze, unter anderem mit neuen Bändern in den Bayernfarben weiß und blau, hatten sich im Vorfeld Eva und Alois Petschl gekümmert. Vom Wirt gab es während des Aufstellens eine Stärkung in flüssiger Form.Nun verlagerte sich das Geschehen in den Wirtsgarten Murauer zum geselligen Beisammensein. Schuhplattler und Tänze der Kindergruppe und der Plattlergruppe des Trachtenvereins "Edelweiß" Antersdorf begleitete Ludwig Huber auf seinem Akkordeon.

Der zehnjährige Trachtler Jonas Eiblmaier war auch als Musikant in seinem Element
Im Anschluss tanzte er bei der Kindergruppe.- Foto: pnp.de

 

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt des zehnjährigen Trachtlers Jonas Eiblmaier als Musikant. Verschiedene Polkas spielte er auf seiner Steirischen, sang Gstanzl und wünschte ein fröhliches "Prosit der Gemütlichkeit". Jonas, der seit einem Jahr das Musizieren auf dem Instrument erlernt, wurde um eine Zugabe gebeten, die er auch schneidig gab.Dann musste er Ziach und Notenständer einpacken, denn nun war er als Volkstänzer bei der Kindergruppe gefragt. Allgemein genoss man die Geselligkeit, freute sich, dass nach zwei Jahren "Corona-Pause" wieder das traditionelle Maibaumaufstellen stattfinden konnte. Und je weiter die Stunden des ersten Maitages voranschritten, umso wonniger wurde auch das Wetter. − cs